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6. Juli 2020
Fonds „Auf Augenhöhe“: Initiative für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt startet mit neuen Partnern und überarbeitetem Erscheinungsbild in ihr viertes Jahr

Im Spätsommer 2016 wurde der Fonds „Auf Augenhöhe“ nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise von der Software AG – Stiftung (SAGST) ins Leben gerufen, um möglichst unkompliziert und unbürokratisch bürgerschaftliches Engagement für Geflüchtete und Angekommene zu stärken. Seitdem hat sich die Initiative für mehr Vielfalt, Respekt und Miteinander, welche bewusst auf enge Förderkriterien und ein komplexes Antragsverfahren verzichtet, weiterentwickelt. Inzwischen hat sie nach einer Pilotphase mit ausgewählten Gütesiegel-Bürgerstiftungen über 140 Projekte in ganz Deutschland finanziell mit ermöglicht. Insgesamt wurden mehr als 40 gemeinnützige Organisationen, die die 10 Merkmale einer Bürgerstiftung erfüllen, sowie ihre Kooperationspartner mit rund 680.000 Euro unterstützt.

„Ihren Einsatz möchte der Fonds“, erklärt Andreas Rebmann von der SAGST, „ab Juli 2020 mit einem überarbeiteten Webauftritt sichtbar machen und die unterschiedlichen Qualitäten, die eine solche Begegnung auf Augenhöhe zwischen Alteingesessenen und Neudazugekommenen haben kann, aufzeigen.“ Darüber hinaus wolle die Homepage, schildert der zuständige Projektleiter weiter, mit ihrem Relaunch potenziellen Antragsteller*innen eine noch bessere Übersicht über die Fördermöglichkeiten bieten sowie der Skepsis gegenüber einer gelingenden Integration positive Beispiele entgegensetzen.

Alarmiert durch einen aktuell spürbar zunehmenden Rassismus hat sich die SAGST Anfang 2020 entschlossen, den zunächst mit einer halben Million ausgestatteten Fonds, um weitere 300.000 Euro aufzustocken. Gemeinsam mit der GLS Treuhand, die für die Stiftung von Beginn an das komplette Antragsmanagement übernommen hat, sowie dem Bündnis der Bürgerstiftungen in Deutschland, welches den Fonds seit Tag eins eng begleitet, möchte sie sich weiterhin im bewährten Format für mehr Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stark machen. Ein Schritt, den Elizaveta Khan aus dem Beirat des Fonds insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie sehr begrüßt: „Über 80 Millionen Menschen befinden sich immer noch auf der Flucht. Doch die humanitären Programme auf der ganzen Welt sind gerade aufgrund von Covid-19 eingestellt. Vor allem jetzt braucht es deshalb Fürsprecher*innen für die vielen Geflüchteten, welche weder Stimme noch Lobby haben.“

Zu diesen wichtigen Unterstützer*innen zählen auch die sogenannten Houses of Resources (HOR). Sie greifen Migrantenorganisationen, anderen integrativ wirkenden Vereinen sowie Ehrenamtlichen unter die Arme und werden seit 2016 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert. „Die HOR“, so Martin Lauterbach, der beim BAMF als Gruppenleiter für Grundsatzfragen der Integration zuständig ist, „schaffen zur Unterstützung der Integrationsarbeit vor Ort die passende Infrastruktur. Sie ermöglicht es uns, sogar kleinere Migrantenorganisationen zu erreichen.“ Die Kooperation mit dem Fonds mache nun deutlich, welches Potenzial in den Häusern auch für andere Fördermittelgeber*innen stecke. „Über die Houses of Resources können sie ihre Gelder professionell, bedarfsgerecht und gezielt zur Verfügung stellen, damit die Hilfe genau dort ankommt, wo sie wirklich gebraucht wird.“

Bereits acht der insgesamt elf HOR konnte der Fonds „Auf Augenhöhe“ als wichtige Kooperationspartner speziell für die neuen Bundesländer gewinnen. Sie treten ähnlich wie die Bürgerstiftungen als Mittler zwischen dem Fonds sowie den engagierten Initiativen vor Ort auf und können Fördergelder in Höhe von bis zu 5.000 Euro beantragen. „Folgeanträge für ein und dasselbe Projekt“, macht Andreas Rebmann deutlich, „sind natürlich grundsätzlich möglich, müssen in 2020 jedoch zugunsten von Anfragen neuer Antragsteller*innen oder Konzepte zunächst hinten angestellt werden, um das Fondsvolumen nicht zu schnell auszuschöpfen.“ Bis zum Ende des Jahres können mit den vorhandenen Einlangen nur noch rund 50 Anträge gefördert werden. Aus diesem Grund ist der Fonds „Auf Augenhöhe“ aktiv auf der Suche nach weiteren finanziellen Partner*innen, die mit ihrer Spende einen Beitrag dazu leisten, dass der Fonds seine volle Wirksamkeit und Reichweite entfalten kann. Schon einmal – im Jahr 2016 – hat der Fonds Zuwendungen in Höhe von knapp über 70.000 Euro erhalten. 2020 wollen die Verantwortlichen sogar 100.000 Euro zusätzlich einwerben.

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